Tag 18 – GZSZ

Bei uns zu Hause wird GZSZ geguckt.
Eine Tatsache, welche mich schon mehr als einmal mit dem aktuellen Wohnungsmarkt hat liebäugeln lassen. Ich ertrag den Kram nicht. Die Schauspieler haben die Klasse einer Grundschulaufführung und die Handlung ist weniger fesselnd, als Handschellen aus dem Yps-Heft.
Folglich verlasse ich zur Prime-Sendezeit die Wohnung um Sport zu machen.
Ich beschließe bei Easyfitness etwas die Ausdauer zu rocken.

Ich besteige das Laufband und lege los.
Plötzlich höre ich von rechts eine Stimme und erschrecke mich tierisch!

Neben mir läuft eine junge Dame, vielleicht Anfang-Mitte 20. Sie ist soooo dürr, dass ich sie von der Seite gar nicht bemerkt habe.

Sie ist wirklich übertrieben dürr…ungesund dürr…
Ich frage mich woher sie überhaupt die Energie nimmt zu laufen.

Aus ihren Fettreserven sicher nicht. Sie scheint auch schon länger dabei zu sein, weil die Digitalanzeige des Laufbands scheinbar aufgegeben hat zu zählen und nur noch die Lemniskate anzeigt.

Sie scheint auch vergessen zu haben, dass sie ihren Ipod noch im Ohr hat. Jedenfalls unterhält sie sich einige Dezibel oberhalb Zimmerlautstärke. Ich komme nicht umhin ihre Unterhaltung zu überhören.
Sie ist wirklich sehr dünn, kraaassss dünn. Ich frage mich, wie sie bei böigem wind nach Hause kommt. Da weht die Braut doch glatt weg.

Trotz deutlicher Unterernährung scheint sie nicht zufrieden zu sein. Sie kritisiert sich selber scharf. Als der Satz „Also 1-2 kg würde ich gerne noch abnehmen“ fällt, stolpere ich und fliege um ein Haar vom Laufband. Ich glaube ich spinne. Sie kann das nicht ernst meinen. Wenn die noch 1-2 kg abnimmt, dann ist die Tot. Ich muss stark gegen den Impuls ankämpfen sie hoch zu heben und zu schütteln. Ihr speichelspritzend „WACH AUF“ ins Gesicht zu schreien. Ich befürchte allerdings, ihr bei dieser Aktion ausversehen die Wirbelsäule zu brechen und halte mich zurück. Ich verstehe nicht was da bei einigen Frauen kognitiv fehlgeschaltet ist.

Ich glaube ich spreche für fast alle Männer, wenn ich sage, dass es nicht nur nicht gut aussieht wenn eine Frau zu dünn ist, nein ich gehe soweit zu sagen, dass es sexy ist, wenn eine Frau ein halbes Kilo Schinkenmett mit Zwiebeln verdrückt und die Portion mit nem Liter Hefeweizen runter spült. Dann rutscht‘s auch besser. Alleine der Coolness-Faktor ist nicht zu verachten.

So etwas kann man natürlich nicht in einem Nebensatz rüber zum Nachbarlaufband schreien. Aber vielleicht schreibe ich ihr mal nen kleinen Brief.
Um mich von der dürren Dörthe rechts abzulenken, konzentriere ich mich auf der ebenfalls viel zu laute Gespräch der Dame zu meiner linken. Sie beschreibt in schockierenden Details die von ihr und ihrem neuen Lover probierten Sexpraktiken. Mit Richterwertung und allem Drum und Dran.

Ich sehe ein, dass es manchmal auch in einem Fitnessstudio wie bei GZSZ zugeht. Da kann ich dann wohl auch gleich zuhause bleiben.

 

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Tag 10 – Jeder Meter eine Qual

Wieso habe ich mich eigentlich auf diese absolut dämliche Sache eingelassen? Man kann sich doch damit arrangieren dick und unsportlich zu sein. Schafft doch sogar jeder zweite Amerikaner.

Egal. Ich hab jetzt damit angefangen, ich zieh das nun auch durch. Heute kommt der Tag vor dem ich mich seit Beginn der Planung fürchte. Jasmin kommt vorbei. Jasmin (im folgenden „Mini„) ist die kleine Schwester von Ebbe. Mini ist nach eigenen Angaben der „Lauf-Sucht“ verfallen. Scheint in der Familie zu liegen, Ebbe ist ja bekanntlich ein Opfer der „Sauf-Sucht“. Aber ich schweife ab.

Mini ist jedenfalls passionierte Läuferin. Ich hatte ja erwähnt, dass ich mich mit vielen befreundeten Sportlern in Verbindung gesetzt habe, um Unterstützung bei meiner Genesung zu finden. Mini hat sich bereit erklärt meine Grundkondition auf das Niveau eines 112 Jährigen zu heben. Sie weiß noch nicht worauf sie sich da eingelassen hat.

Naja, jedenfalls ist Mini super lieb und auch nicht der Grund warum ich mich vor dem Tag gefürchtet habe. Ich habe mich gefürchtet, weil ich es mit einer brennenden Leidenschaft HASSE zu laufen. Der Spruch „Ist es weit oder kann man mit dem Auto fahren“, trifft bei mir voll ins Schwarze.

Nützt nix, muss sein. In aller Frühe klingelt Mini bei mir an der Haustür. So wie wir es verabredet hatten. Sie wird mir mit einem Schlag deutlich unsympathischer, weil sie schon total gut drauf ist und ich nur mein linkes Auge aufbekomme. Das rechte weigert sich vehement.

Wir „laufen“ (Ich werde im Folgenden „laufen“ immer in Gänsefüßchen setzen, weil man eigentlich wirklich nicht von laufen sprechen kann) trotzdem los.

Meine Beine sind schwer wie Blei und ich muss ca. 17 Meter nach meiner Haustür gegen die ersten Krämpfe ankämpfen. Geht ja gut los.
Mini hält ihr versprechen und bleibt eisern an meiner Seite.
Wir wollen eine Runde um den Maschsee drehen. Von meiner Haustür und zurück sind das etwa 7,5 km. Für mich könnte es aber auch genauso gut die Strecke zum Mond und zurück sein.

Wir „laufen“ noch keine 100 Meter das Ostufer des Maschsees entlang, da werden wir von einer jungen, sportlichen Mutter überholt. Ich weiß dass sie Mutter ist, weil sie ihre DRILLINGE in einem speziell angefertigten Kinderwagen vor sich herschiebt. Sie ist trotz dieser Zusatzbelastung so viel schneller als wir, dass ich damit rechne von ihr überrundet zu werden.

Wir „laufen“ weiter. Ich bin mittlerweile klitschnass. Kein trockener Faden ist noch an meinem Körper zu finden. Ich habe Angst an Hyperthermie zu sterben. Mini hingegen scheint eher zu frieren. Schwitzen tut sie jedenfalls nicht.
Dabei „läuft“ sie rückwärts und schreibt dabei auch noch SMS.
Egal.

Wir werden von einer Gruppe Rentner überholt, die wild ihre Walking-Stöcke um sich schwingen.
Wir scheinen langsamer geworden zu sein.
Mini fragt mich wie ich mich fühle. Zumindest glaube ich das. Mein Herz hämmert mit einer solchen Lautstärke, dass sämtliche Umgebungsgeräusche fast zur Gänze ausgeblendet werden.
Ich bringe unter großer Anstrengung ein „Geht…“ hervor und frage mich sofort, ob ich mir den Luxus zu sprechen leisten konnte.

Wir „laufen“ weiter. Eine alte Dame mit ergrauter Dauerwelle, Handtasche und einem kleinen Yorkshire Terrier an der Leine überholt uns. Wir müssen noch etwas langsamer geworden sein.
Mini fragt ob ich kurz Pause machen will. Ich verneine dies, auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass mir gerade dampfendes Blut aus den Ohren schießt.
Meine Umgebung nehme ich schon lange nicht mehr richtig wahr. Ich wundere mich nur, warum wir in einem Tunnel „laufen“. Aber ich freue mich über die ganzen hübschen Sternchen.

Irgendwie schaffen wir es zurück zu mir nach Hause. Ich sage nicht wie lange wir gebraucht haben. Es ist armseelig. Mini schwitzt immer noch nicht. Ich hingegen fühle mich, als hätte ich die letzten 7,5 km im Sprint zurückgelegt. Kann von der Zeit her aber nicht sein.

Mini klopft mir aufmunternd auf die Schulter und versichert mir dass nächste Woche schon viel besser „laufen“ wird.
Ich lache laut auf. Wahnsinn funkelt in meinen Augen. Es kann sich nur um einen Scherz handeln. Diese Tortur überlebt kein Mensch ein zweites Mal.
Mini guckt mich fragend an.
Ich glaube sie meint es ernst…

Mini und ich vor dem "Laufen"!

Mini und ich vor dem „Laufen“!

Mini und ich NACH dem "Laufen"

Mini und ich NACH dem „Laufen“

Als wäre ich nicht schon genug gedemütigt worden. Ich muss mich auch noch dehnen...

Als wäre ich nicht schon genug gedemütigt worden. Ich muss mich auch noch dehnen…

Tag 7 – Full Circle

Es ist Sonntag. Ein guter Tag. Sonntage sind für Gammel, TV und Jogginghosen prädestiniert!
Genau das ist auch heute mein erklärtes Ziel.
Die erste Woche meiner Reha ist vollbracht. Da sich ab hier vieles wiederholt und Training und Ernährung einer gewissen Routine folgen, werde ich mich ab heute mit meinen Posts etwas zurücknehmen und nur Tage veröffentlichen an denen etwas neues, oder meines Erachtens nach interessantes passiert. Ich bedanke mich aber trotzdem jetzt schon bei den vielen, vielen Leuten, die diese erste Woche scheinbar wirklich interessiert hat. Guckt gerne immer wieder vorbei und schaut nach ob was neues passiert ist! Bis dahin erst einmal nen schönen Cheat-Day;-)

Tag 6 – The Flatliners

Hannover hat seine Söhne wieder!!!

Nein, ok. Dieses Mal weniger trinken und mehr singen. Hatte ich mir ja auch fest vorgenommen. Heute wird es eh besonders. Wir haben das große Vergnügen mit den sagenhaften Flatliners zu spielen. Allen voran Hinde hatte sich quasi um diese Show geprügelt. Wir wollten unbedingt mit den Jungs die Bühne teilen… Immerhin haben wir einen ihrer Songs schon das ein oder andere Mal gecovert.

Allerdings gilt es mal wieder erst einmal die EM zu überbrücken. Wird heute später.
Wir sind alle sichtlich noch etwas erschöpft von der Show des Vorabends. Aber den Flats geht es nicht besser. Hannover wird es uns nachsehen. Veranstalter Sandro kümmert sich fast schon rührend um uns. Wir haben einen großartigen Abend, auch wenn das Publikum (vielleicht noch von der EM) etwas reservierter ist. Aber Spaß macht alles trotzdem. Die Flats stellen an diesem Abend auch noch richtig einen hin. Wir sind froh dabei zu sein.

An Sport ist an einem solchen Tag natürlich nicht zu denken. Cheat-Day Nr.2.

Die Flats im Heinz

Hindes und meine Interpretation

Tag 5 – Cheat-Day

Heute geht es mit den Bellys endlich mal wieder auf Tour. Es ist unser erstes Konzert seit meiner zweiten Operation. Ich freue mich sehr.
Die Tour hat zwar unheimlich Spaß gemacht und auch wenn mein Mikroständer und ich inzwischen eine eheähnliche Lebensgemeinschaft führen, freue ich mich darauf wieder deutlich mobiler agieren zu können.

Training bleibt bei so etwas natürlich ziemlich auf der Strecke. Immerhin schaffe ich morgens noch meine Cardioeinheit! Alles andere ist Bonus. Auch Ernährungspläne bleiben auf Tour zuhause. Keine Überraschung. Heute wird ein „Cheat-Day“.

Es zieht uns nach Verden und wir werden dort freundlich empfangen und in ein großes Zelt geführt. Hier soll es heute also krachen. Sofort steigt uns ein deutlicher Geruch von Bratfett in die Nase. Ein Teil des Zeltes wird offensichtlich auch als Küche verwendet. Ich esse ein Stück Pizza. Zum Glück ist heute Cheat-Day.

Wir bauen auf, machen Soundcheck und harren der Dinge, die da kommen. Immerhin ist ja EM und heute soll Deutschland die Griechen aus dem Turnier kicken. Ob es nach der EM auch der Euro sein wird, soll uns heute nicht kümmern. Sicherlich wird es auch ein paar Menschen geben, die lieber Musik hören als Vuvuzelas. Man muss so denken, wenn die Stagezeit ziemlich exakt mit dem Ankick kollidiert.

Wir haben noch etwas Zeit und der omnipräsente Bratfett-Geruch macht tierisch hungrig. Ich alleine vertilge, bis wir auf die Bühne müssen, etwa 12 Pfannkuchen mit einem Chili-Apfelmus, welches sogar Tim Melzer Tränen der Freude in die Augen getrieben hätte. Geiler Stoff. Zum Glück ist Cheat-Day

Was dann kommt, überrascht uns alle sehr. Die Bude brennt! Die Meute ist feierfreudig. Ohne eigenes Zutun wird schon bei unserem 3. Song die Bühne geentert und das Hüpfen und Springen artet so aus, dass der Veranstalter milde Bedenken äußert.

Uns soll es egal sein. Wir haben Spaß. Extrem viel Spaß. Es wird ein schweißtreibendes Konzert, das uns wirklich alles abverlangt. Wir spielen uns in eine Art Rausch. Ich selber fühle mich beidseitig befreit und lasse mich erst von der Euphorie und am Ende, einer spontanen Eingebung folgend, auch vom Publikum tragen. Zum ersten Mal seit Jahren.
Rückblickend vielleicht etwas zu waagemutig. Immerhin kann man bei so nem Stagedive auch tief fallen und das wäre so kurz nach der Operation nicht zwingend gut ausgegangen. Aber alles geht glatt.

Einzig der Bratfettnebel, der immer noch dick durch die Luft wabert, stört etwas. Er setzt sich nicht nur in den Klamotten fest, sondern scheint sich auch auf meinen Stimmbändern abzulegen. Jedenfalls singe ich mich zum Ende der Show sehr heiser. Schlimmer ist aber, dass ich schon wieder Lust auf diese Pfannkuchen bekomme. Ein bis zwei muss ich mir davon heute noch genehmigen. Ist ja Cheat-Day.

Wir beenden mit unserer Hannover-Hymne, als letzte Zugabe, eine grandiose Show und werden unter frenetischem Jubel von Verden verabschiedet.

Im Auto entsteht kurz nach Abfahrt eine würzige Aromamelange aus Bier und Bratfett. Am Rand der Autobahn leuchtet ein goldenes „M“.
Zum Glück ist heute Cheat-Day.

Es scheint hier Leute mit Humor zu geben.

Es scheint hier Leute mit Humor zu geben.

Was die Jungs von IchKannFliegen können, können wir schon lange!!!

Was die Jungs von IchKannFliegen können, können wir schon lange!!!

Wehe ihr lasst mich fallen!!!

Wehe ihr lasst mich fallen!!!

Tag 4 – Easy Fitness

Es ist überraschend, was sich alles so in Hannovers Südstadt versteckt.
Ich interessiere mich ja dafür und dachte ich hätte alle Studios im Umkreis von 2-3km aufm Schirm. So kann man sich irren, wie ich durch Saskia von unserer Bookingagentur Spider Promotion erfahre. In der Große Düwelstraße ist ein schmuckes, kleines Studio zuhause. Easy Fitness. Das muss ich gleich mal erkunden.

Ich werde gleich doppelt überrascht. Nicht nur dass der Schuppen keine 10 Minuten Fußmarsch von mir zuhause weg ist, nein, der Laden ist klein aber oho.
Alles sehr ansprechend gemacht und die Geräte sind top modern wie ich feststelle.

Ich starte mein Training. Ich fühle mich wirklich wohl. Der Laden ist nicht riesig, aber bietet alles was man braucht. Außerdem ist er nicht so überlaufen wie die meisten Studios.

Und doch stört mich etwas.
Ich kann es nicht sofort in Worte fassen, aber irgendwas ist anders als es sein sollte.
Erst nach dem Aufwärmen trifft es mich wie mit dem Vorschlaghammer.

Die Pumper-Elite fehlt!!!
Das kann nicht sein. In JEDEM Studio herrscht die Pumper-Elite mit eiserner Faust.
Für alle die sich noch nicht so häufig oder gar noch nie in ein Studio verirrt haben, die Pumper-Elite ist meist ein kleiner, aber eltärer Kreis von 5-7 Männern.
Ähnlich wie bei The Avengers, nur dass alle der Hulk sein wollen. Naja und die Jungs sind halt nicht rechtschaffen, sondern kraftschaffen.
Auch die Kleiderordnung der Herren folgt einer klaren Struktur.
„Weniger ist mehr“. Also zumindest obenrum. Früher hab ich immer gedacht die könnten sich an ihren Shirts einfach keine Ärmel leisten. Inzwischen glaube ich, die wollen das wirklich so.
Von der Hüfte abwärts ist das aber ein ganz anderer Schnack. Es ziemt sich nicht zu viel Bein zu zeigen. Das hat mir auch meine Oma schon immer gesagt. Aber auf das Thema des harten Beintrainings bin ich ja schon eingegangen. Warum sollten die Jungs sich auch mit solchen Dingen beschäftigen. In einer Disco zählen doch eh nur Brust, Bizeps und Trizeps.

Naja, auch egal. Ich bin sicher, dass es sie auch hier gibt und sie werden früher oder später noch auftauchen. Vielleicht haben die heute nur vom Chef trainingsfrei bekommen oder so.

Ich schüttle diese Gedanken ab und ziehe mein Training durch. Ich trainiere ohne Gewichte. Versuche nur die Bewegungen sauber zu machen. Trotzdem bin ich am Ende komplett fertig und habe keinen trockenen Faden mehr am Leib. Ich bin stark dehydriert und halluziniere. Ich meine in der Ecke des Studios ein paar Getränkespender zu sehen, über denen das Wort „Getränkeflatrate“ prangert. Das kann eigentlich nicht sein. So etwas gibt es doch nicht!!!

Ich stelle meinen Flüssigkeitshaushalt wieder her und stelle fest, die Halluzination bleibt. Scheint wirklich ne Getränkeflat hier zu geben. Stark. Wodka-E ist nicht dabei.
Man kann nicht immer gewinnen.

 

Davon kann ich wohl vorerst nur träumen.

Davon kann ich wohl vorerst nur träumen.

Selbst hier tun sich schon schnell die Grenzen auf.

Selbst hier tun sich schon schnell die Grenzen auf.

Tag 3 – Die Rebellion

Mein Körper rebelliert.

Vielleicht habe ich es zu schnell angehen lassen. Oder ich bin einfach nur verweichlicht. Mein Körper wehrt sich gegen das ihm auferzwungene Martyrium. Kann man verstehen. Waren ja auch schon fast 48 Stunden. Irgendwie scheint mein limbisches System meinen Händen befohlen zu haben den Wecker auszuschalten. Ich verschlafe hart.

Mist. Cardio muss ausfallen. Keine Zeit. Hätte schon 3 Mal essen müssen. Ob einfach alle 3 Mahlzeiten auf einmal den gleichen Effekt haben?

Ich lasse es drauf ankommen. Mit leichter Übelkeit und starkem Sodbrennen starte ich in den Tag.

Zu allem Überfluss vergesse ich mein Handy zuhause. PANIK! Ich werde die nächsten Stunden nicht erreichbar sein. Ein unzumutbarer Zustand. Mein Herz rast. Was wenn genau jetzt der Anruf von Marek Lieberberg  kommt, um uns den Headliner-Slot für Rock am Ring 2013 anzubieten? Ein Gelände für das Festival gibt es noch nicht, aber Fat Belly kann man doch schon mal buchen.

Egal. Muss auch so gehen. Hat früher ja auch geklappt. Nur wie?

Ich überstehe den Tag mehr oder minder unbeschadet, wenn auch kommunikativ ins soziale Abseits gedrängt.

Erscheine pünktlich zu meinem zweiten Termin mit Sanna. Sie begrüßt mich mit einem breiten Lächeln. Es geht bergauf. Wir beginnen mit der Physio. Sanna fragt ob ich Schmerzen hätte. Ich verneine dies vehement, während eine Träne heimlich meine Wange hinab rollt. Die Prozedur ist unangenehm. Aber Sanna erzielt Ergebnisse von solider Güte. Mein Bewegungsradius hat sich enorm verbessert. Ein gutes Gefühl.

Eigentlich wollte ich noch trainieren. Allerdings sind wir zur Probe verabredet. Also trinke ich stattdessen ein Bier. Ist doch isotonisch, oder?

Sanna schenkt der Welt ihr Lächeln!

Sanna schenkt der Welt ihr Lächeln!

Julian ist offensichtlich unzufrieden mit meiner desolaten Trainingsleistung.

Julian ist offensichtlich unzufrieden mit meiner desolaten Trainingsleistung.